68 km / Anstieg: 801 m
Die Nacht ist suboptimal: Ein Synchronisierungsproblem zwischen meinem Handy bzw. Ipad und dem Garmin bewirkt, dass sich die auf Komoot generierten Touren nicht auf das Garmin übertragen. Dies lässt mich einige Zeit schlaflos. Schliesslich wache ich aber dennoch gut erholt um 5:30 Uhr auf und döse dann noch ein wenig vor mich hin.
Das Frühstück ist etwas eintönig: Eine bereits etwas trockene Orange, Müsli mit Hafermilch und zwei Scheiben Konfitürebrot. Plus einen Kaffe der Kategorie ok. Schliesslich mache ich mich gegen 9 Uhr auf. Vorher präsentieren sich Wohnungsgenosse Kasper und ich für eine Tagesvorschau vor der DJI-Kamera.
Die ersten Kilometer sind gut, flach und trocken. Bald nach Skien kommen dann die ersten Steigungen. Mein Komoot sieht für die heutige Etappe deren 8 vor, wobei die Angaben bezüglich Länge und Steigungsprozente manchmal etwas arbiträr erscheinen. Einige der Anstiege sind knackig, ich fahre sie mit dem kleinsten Gang und schiele etwas besorgt auf meine Pulsfrequenzen.
Dann, nach 30 Kilometern, beginnt der Regen. Zerst nieselt es, dann regnet es richtig. Ich ziehe die Regenjacke bei Kilometer 45 an. Links unten entdecke ich den Heddalsvatnet, an dessen Ufer mein heutiges Ziel Notodden liegt. Je näher ich der Stadt komme, desto mehr nimmt der Verkehr zu, er bleibt jedoch erträglich.
Bereits um 12.15 Uhr fahre ich in Notodden ein, muss mich aber bis 14 Uhr gedulden, da die Wohnung noch nicht gereinigt ist. Ich hole mir schnell ein Pic des berühmten Kreisels, in dessen Mitte ein überdimensioniertes Microfon steht. Notodden ist bekannt für sein Blues-Festival, das seit 1988 jährlich Anfang August stattfindet und mit seinen 30‘000-40’000 Besuchern zu den grössten Bluesfestivals der Welt gehört.

Ich kehre im Café Felicia ein, das dank seines kultigen Intérieurs ein Hotspot von Notodden bildet. Rose-Marie und ich hatten das Café bereits letztes Jahr besucht. Dort treffe ich Christian aus Wien, von Beruf Freelancer in IT. Es fehlt ihm nicht an Wiener Schmäh und so unterhalten wir uns prächtig. Er hat gestern seine Bikepacking-Tour in Oslo begonnen. Wir verstehen uns ausgezeichnet: Beide haben wir 3 Kinder, wobei Christian mit seinen 43 Jahren noch wesentlich jüngeren Nachwuchs hat. Er ist gerade im Vaterschaftsurlaub und nützt eine kurze Zeit davon zum Bikepacking.


Um 14 Uhr checke ich in meine sehr schöne und zentral gelegene Wohnung ein, mache grosse Wäsche und lege die feuchten Utensilien zum Trocknen aus. Ich gucke einen Teil des Halbfinales von Roland Garros zwischen Alcaraz und Musetti und überlege mir die Einkäufe für das morgige Frühstück. Die nächste Etappe wird lang, so dass ich mir Zeit lassen und vor allem früh und mit genug Kalorien im Bauch losfahren muss. Fürs Abendessen werde ich mir irgendeine Beiz aussuchen, es gibt deren genug davon hier im Stadtzentrum.
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