Ich bleibe aufgrund der üblen Wettervoraussagen ein paar Tage in Aalborg. Am Morgen erkunde ich die Innenstadt. Zuerst gehe ich zum nächsten Fahrrad-Laden, wo Jan, der Mecano, die passende Schraube findet, um den Gepäckträger wieder solide mit dem Fahrradrahmen zu verbinden. Das macht er gratis. Und er will partout kein Trinkgeld – das gehöre zum Service, meint er nur.

Jan, der Velomech mit grossem Herz für gestrandete Radler.
Danach mache ich mich auf die Suche nach einem Set kleiner Inbus-Schlüssel. Entdecke dabei aber zuerst die Vor Frue Kirke, was auf Französisch übersetzt etwa „Notre Dame“ ergäbe. Auffallend das Modell eines Segelschiffs, das mitten im Kirchenschiff zwischen den Leuchtern hängt. Faszinierend der Altar, mit einem rot eingewandeten Jesus, dessen Kleid, aber auch Körperhaltung eher einer Frau entsprechen. Gewollte Ambivalenz? – Ich ziehe weiter.



Die Vor Frue Kirke mit dem Segelschiff in der Kirchenmitte und einem frappant femininen Jesus. Dan Brown hätte seine helle Freude an diesem Bild!
Über Mittag packe ich die gereinigten Zeltelemente wieder säuberlich ein, ebenso meinen Luxus-Campingstuhl. Eigentlich wäre ich schon fast wieder parat für die Weiterfahrt.
Die Suche nach Inbus-Schlüsseln am Nachmittag ist tricky. Schliesslich finde ich am Stadtrand ein passendes Set in einem Werkzeug-Laden, der aber seine Artikel nur an Firmen weiterverkauft. Es braucht also einen Account, der Laden ist eine Art CC für handwerkliche Berufsleute. Schiesslich kann ich den Leiter des Ladens überzeugen, dass mein Leben an diesem Schlüsselset hängt, und er macht eine Ausnahme.
Ausserdem kaufe ich mir für 30 Franken noch eine gute Fleece-Jacke, die um mehr als die Hälfte reduziert ist. Dazu noch ein paar Tupperware-artige Behältnisse für meinen Reisekram. Ordnung ist bzw. wäre alles …
Am Abend esse ich gleich um die Ecke in einem kleinen Restaurant. Zu viel und zu teuer, und das Glas Chardonnay hatte ein lausiges Preis-Leistungsverhältnis. Morgen gibt’s wieder was Bescheideners!

Der (oder die) Hjelmerstald – zu Deutsch „Pferdestall“ – gehört zu den schönsten Ecken Aalborgs.

Die Dänen können auch Wortspiele: Der vielsagende Name eines Tätowier-Studios.




















