Totgeglaubte leben länger – gottseidank!
Heute Morgen gehe ich es an, wie es sich für einen Ruhetag gebührt: ruhig. Ich lese online Zeitungen, mache mich zur weiteren Wetterentwicklung schlau (wenn denn das möglich ist, je nach App differieren da die Prognosen massiv), löse das eine oder andere Sudoku und esse dann, so gegen 9 Uhr, mein Frühstück, das ich gestern Abend noch im Kiwi gekauft habe. Dann fläze ich mich wieder auf dem Bett und döse kurz vor mich hin.
Meine grösste Sorge, das Garmin-Gerät, liegt nach wie vor regungslos da, Akku null, mausetot, würde man meinen. Ich habe alle Stecker und Kabelvarianten durchgecheckt (und mit der Action-Cam, dem iPad und dem iPhone den Ladevorgang perfekt laufen lassen), soft reset, hard reset, gut zureden, schimpfen – das Garmin hebt nicht mal eine müde Wimper. Letzte Idee: Helpline Garmin, wo ich – so kommt es rüber – nicht mal von einem Bot, sondern von einem menschlichen Wesen betreut werde, das sogar meine Ungeduld versteht. Auftrag: Startknopf mindestens 2 Minuten am Stück drücken. Ok, bringt auch nix, obwohl…, obwohl als ich nach ein paar Minuten das Ladekabel wieder anhänge, macht es plopp und das Ladezeichen erscheint. Ich wage nicht an das Wunder zu glauben und lasse alles so liegen, wie es ist. Das wäre ja zu schön, um wahr zu sein. Ich verlasse das Zimmer sozusagen auf Zehenspitzen. Erstmal in die Stadt, abchecken ob es schlimmstenfalls einen Ersatz zu kaufen gäbe.
Doch zuerst geht es in die Nordlichtkathedrale, einen sehr modernen Betonbau, dessen Aussenwände mit Titanplatten eingekleidet sind. Das Bauwerk gefällt mir sehr – bin drum nicht nur Fan von modernen Bauarten. Aber hier finde ich es äusserst gelungen. Aussergwöhnlich, aber gelungen.

Am besten gefällt mir – neben der tollen Farben- und Lichtgestaltung – die Jakobsleiter im Innenturm, eine geniale Metapher. Ich sitze einen Moment versonnen im Kirchenschiff, bevor ich mich wieder aufmache.


Bezüglich Garmin ist Alta eine Fehlanzeige. Ich ziehe von einem Sportgeschäft zum andern. Für die Katz! Ah bah, sage ich mir, notfalls navigiere ich mit dem Handy und die Gefahr, sich zu verfahren, ist hier gleich null.
Ich lasse mich im Getümmel der Innenstadt bzw. v.a. der Einkaufszentren treiben. Drinnen ist’s eh angenehmer als draussen (bedeckt, windig, 11 Grad). In einem Imbisslokal esse ich einen Vegi-Pastateller und bin von dessen Qualität sehr angetan. Echt gut.
Als ich gegen 15.30 Uhr den Bus zum Flughafen nehmen will, um eine Möglichkeit des Rücktransports meines Gravels in die Schweiz zu organisieren, fährt der nächste Bus erst in 45 Minuten. Ich lasse den Flughafen Flughafen sein, bzw. morgen ist auch noch ein Tag, und ziehe heim in mein schönes Airbnb.
Dort angekommen, sehe ich das Wunder des Tages: Mein Garmin, zu 100% geladen und mit meinen in der Beiz noch korrigierten Touren schon synchronisiert. Ich kann es nicht glauben. Wie es so unschuldig daliegt, kann ich ihm nicht mal böse sein, dass es meine ungezählten Wiederbelebungsversuche und Bemühungen so lange so schöde ignoriert hat. Bis ans Nordkap sind wir eh best friends, denke ich.

Danach verwende ich 2 Stunden darauf, den richtig übel formulierten Mini-Guide (deutsche Version) der Nordlichkathedrale in Word korrekt wiederzugeben. Da hat es Rechtschreibe-, Satzzeichen-, Wortwahlfehler und stylistische Holprigkeiten en masse. Ich finde es unerträglich, wenn so schöne Orte in so übler Sprache beschrieben werden. Geht mir bisweilen auch mit Speisekarten so, gell Rose-Marie… Als ich das Ding fertig habe, schicke ich es der zuständigen Stelle und gut ist. Für heute reicht es.
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