Tag 40: (Un-)Ruhetag in Stamsund

Ich schlafe lange, wobei die fehlende Abdunklung mich ein paar Mal aufwachen lässt. Mein am Vorabend eingekauftes Frühstück besteht aus Cerealien, einer Banane, einem Yoghurt, zwei belegten Scheiben Brot. Plus zwei Gläser Orangensaft.

Der Wetterbericht für die kommenden Tage, v.a. ab Sonntag, könnte einem Bauchschmerzen verursachen: Nass und wieder kälter. Ich plane meine Weiterfahrt im Detail und buche die notwendigen Übernachtungsmöglichkeiten via Airbnb und Booking. Gar nicht so einfach, denn in diesen Breitengraden sind die Möglichkeiten beschränkt.

Ich merke, dass ich in dieser Unterkunft nicht zwei weitere Tagen bleiben will. Wir sind hier irgendwo in der Pampa, kein Zugang zum Meer oder gar zum Fischen – und dafür hatte ich ja die Ruhetage u.a. geplant. Zudem ist die Inhaberin gesundheitlich spürbar reduziert und vielfach nicht im Wohnraum. Ich erkundige mich, ob das Hostell im nahegelegenen Stamsund noch freie Plätze hätte. Ja, noch ein Zimmer sei frei – ich buche sofort. Das Hostell liegt direkt am Meer und man kann dort kostenlos fischen gehen bzw. man kriegt das Equipment samt Boot dazu. Ich rede mit der Inhaberin der Unterkunft – sie versteht mich sehr gut und macht kein Drama. 

Meine Unterkunft fernab vom Geschütz – wenig geeignet für aktive Erholung.

Ich packe meine Sachen (auch die gestern gekauften Fressalien, die ich im Hostell ebenfalls benötigen werde), verabschiede mich von der Inhaberin und fahre die knapp 8 Kilometer nach Stamsund City, wenn man dem so sagen darf.

Die Rezeption des Hostells: Empfangen nicht von einer adretten Rezeptionistin, sondern von einer Art John Lennon-Verschnitt. Entspannt und äusserst hilfsbereit!

Das Hostell gefällt mir auf Anhieb: Es hat eine Art Holzterrasse direkt am Wasser, südlich ausgerichtet, und die Leute sitzen in Shorts und kurzärmlig auf ihren Stühlen oder Liegen. Es herrscht Sommer- und Ferienstimmung. Ich checke schnell ein und mach meinen ersten (erfolglosen) Ausflug mit dem Ruderboot in die nahen Gewässer. Es ist traumhaft: Der leichte Südostwind treibt mich immer wieder Richtung Hafen, sodass kein Abdriften aufs offene Meer droht. Es ist warm, ein Genuss! Nur dass sich mein Pilker über 100 Meter vom Ufer entfernt am Meeresboden verhakt und schliesslich – trotz fetter Angelschnur – abreisst, ist ärgerlich.

Le panorama depuis le Hostell de Stamsund – génial. Même le soleil est venu m‘accueillir.☺️

Am Abend wärme ich meine Pølser in heissem Wasser und esse dazu fixfertigen Kartoffelsalat (Note: ok). Daneben kocht noch eine Equipe von Franzosen, die eine Art Hiking-Ferien auf den Lofoten machen. Sehr entspannt, ich schätze das freie Parlieren, weil ich in Englisch sprachlich doch leicht eingeschränkt bin.

Bilderbuchstimmung im Hafen.

Ich freue mich auf den morgigen, freien Tag und hoffe, dass der angekündigte, milde Tag auch eintreten wird.

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar