131 km / Anstieg: 442 m
Ein Tag fast wie aus einem Guss!
Ich schlafe meine beste Nacht seit der Abreise aus Blauen. Das Frühstück mit Andreas und Annegret sowie ihrem homemade Birchermüesli – ein Genuss! Nach einer sehr herzlichen Verabschiedung von Annegret reise ich die ersten paar hundert Meter mit Andreas, der dann mit seinem Rad Richtung Uni entschwindet.
Den einzigen Schreckmoment erlebe ich kurz später: Die linke Gabeltasche fällt bei einem Schlagloch mit Getöse zu Boden. Grund: Der Dreck von der Tour im Gravel-Morast hat das Einklink-Sytem blockiert, so dass die Tasche nicht richtig einrastete. Immerhin: nix passiert, die Tasche nun richtig eingerastet und ab geht’s. Und dies im wörtlichen Sinne!
Die Fahrt nach Lüneburg wird zum Plaisir. Kräftiger Rücken oder Seitenwind macht das Vorankommen zum Spiel. Eine einzige, kurze Teilstrecke auf glattem Kies ist das einzige, das mich an die Tour nach Seesen denken lässt. Der Rest: Neben- oder Kreisstrassen mit sehr wenig Verkehr, vielfach gute bis sehr gute Radwege oder -streifen. Nach 74 Kilometer überquere ich den Elbe-Seitenkanal und beobachte einen grossen mit zahlreichen Containern beladenen Lastkahn.
In Uelzen, nach gut 90 Km in einem knappen 27-er-Schnitt, mache ich einen Abstecher zum Hundertwasser-Bahnhof. Seit unserem letzten Besuch vor einem Jahr hat sich leider wenig getan: Der an sich genial gestaltete Bahnhof wirkt heruntergekommen und ungepflegt. Schade, so sollte man mit Kunstwerken nicht umgehen! Irgendwie beklemmend.
„Pour remonter le moral“, wie man auf Französisch sagen würde, genehmige ich mir in Uelzens Fussgängerzone einen Erdbeeren-Quark-Dessert samt Kaffee.

Die süsse Seite von Uelzen gefällt mir besser…
Danach geht’s zurück zum Punkt, wo ich die Komoot-Strecke verlassen habe und danach Richtung Lüneburg. Die letzten Kilometer entlang der Bundesstrasse sind wie ein Rausch: Der Rückenwind trägt mich geradezu zum heutigen Etappenziel: Das Hotel „Zum roten Tore“. Dieses habe ich gewählt, weil ich schon vor ca. 9 Monaten mit Rose-Marie dort genächtigt habe. Good memories for a good day!
Danach die täglichen Routinen: Dusche, Bildmaterial übertragen, Blog schreiben, E-Mails und Whatsapp-Nachrichten beantworten, Geräte laden etc. In den Wiederholungen liegt die Magie: Sie geben dem Tag Struktur und erleichtern das Sich-Zurechtfinden. Es erwartet mich noch ein Gang ins nahe Stadtzentrum: Die Küche im Hotel ist abends geschlossen.

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