Tag 8: Hann. Münden – Seesen

89 km / Anstieg: 713 m (darunter ein kurzer 14%-er)

Die bisher strengste Etappe: Dank falscher Wahl auf Komoot (Gravel statt Rennrad!) schickt mich das Ding auf die unmöglichsten Strecken und Wege. Teilweise drückt es derart viel Dreck und Lehm zwischen Radreifen und Schutzblech, dass ich anhalten und das Rad erst reinigen muss. Es darf geflucht werden…. Zudem fällt am Start und gegen das Ziel hin so einiges vom Himmel – es gibt schönere Radtage.

In der Pampa.

Gleich zu Beginn jagt das Navi mich auf einen Kiesweg, den Wald hinauf – z.T. bis zu 14 Steigungsprozente. So what, das Motto „fighten-fighten-fighten“ gilt auch vormittags. Schnell bin ich in Göttingen, wo ich die St. Johannis-Kirche besuche und wo mich der Erinnerungstext der Stadt zum Gedenken an die Widerständigen im 3. Reich besonders berührt. Seit dem letzten Besuch mit Rose-Marie vor knapp einem Jahr ist geopolitisch so viel (Übles) passiert, dass der Text m. E. aktueller ist denn je.

Kurz nach Göttigen die erste Panne: Das hintere Rad schleift – ist’s die Scheibenbremse? Nein: Beim hinteren Schutzblech ist (wohl wegen der vielen Erschütterungen) eine Halterungsschraube rausgefallen, so dass das Blech das Rad streift. Ich behebe den Schaden provisorisch, mit einem Kabelbinder – geht! Kabelbinder – das Aspirin der Radfahrer. 

Der Rest ist ein mühseliger Weg über Northeim (gesichtslos und fast ausgestorben) sowie über die Hügelzüge nach Seesen. Pampa ist wohl der richtige Ausdruck. Am Ziel bin ich ziemlich bedient – auch weil man mir mitteilt, dass ich auswärts essen muss: die Küche ist zu.

Die Sankt Johannis-Kirche in Göttingen.

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar